UNSERe wesentlichen themen

Identifikation wesentlicher Themen

Im Rahmen der Vorbereitung auf die Nachhaltigkeitsberichterstattung nach CSRD haben wir 2023 eine erste Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt. Damals ging es uns vorrangig um ein erstes Verständnis des Prinzips der doppelten Wesentlichkeit.

Grundlagen schaffen

  • Analyse unserer Wertschöpfungsketten und betroffener Interessensgruppen

Um unsere Dienstleistungen rund ums Neu- bzw. Gebrauchtfahrzeug anbieten zu können, sind wir an vielen Stellen selbst von Produkten abhängig. Ohne LKW und Kraftstoff könnten wir Autos beispielsweise nicht transportieren, ohne Waschanlagen nicht waschen und ohne Kameras könnten wir keine Bilder von ihnen aufnehmen. Ohne Räumlichkeiten könnten wir keine Werkstätten aufbauen, ohne Werkzeuge nichts reparieren und ohne Computer oder Tablets keine Aufträge abwickeln.

Es ist wichtig, sich vor Augen zu führen, dass all diese Fahrzeuge, Anlagen, Werkzeuge selbst wiederum aus verschiedenen Komponenten und Materialien bestehen. All diese Produkte müssen aus Rohstoffen hergestellt, weiterverarbeitet und transportiert werden, damit wir sie einsetzen können.

Sie sind Teil einer Wertschöpfungskette, die bis hinunter zu den Anfängen geht – etwa dem Rohöl, aus dem Diesel raffiniert wird oder dem Metall, aus dem die Komponenten für unsere LKW entstehen. Und im nachgelagerten Recycling- oder Entsorgungsprozess endet, wenn Ressourcen nicht mehr verwendet werden können.

Grafik Übersicht über die Wertschöpfungsketten

Ressourcenschonung als Teil der strategischen Ausrichtung

Bei der Beschaffung achten wir zunehmend darauf, dass während der Nutzung möglichst wenig Ressourcen verbraucht werden. Zudem rücken wir schon bei der Anschaffung in den Fokus, wie gut sich die Produkte am Ende recyceln lassen.

Im Idealfall können Ressourcen durch Aufbereitung wieder verwendet werden. So zum Beispiel bei unseren Waschstraßen. Bis zu 90 % des eingesetzten Wassers können nach vorheriger Aufbereitung erneut genutzt werden.

Um die für unser Geschäft relevanten Interessengruppen herauszufiltern, haben wir Anfang 2022 eine Stakeholderanalyse durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Analyse haben wir Anfang 2024 unter Berücksichtigung der Wertschöpfungsketten noch einmal validiert.

Im Ergebnis haben wir folgende Anspruchsgruppen zusammengefasst:

Grafik Übersicht über Stakeholder der MOSOLF Gruppe

Beteiligung von internen Stakeholdern

Als Familienunternehmen pflegen wir seit jeher einen engen, respektvollen, ehrlichen und vertrauenswürdigen Austausch mit all unseren Stakeholdern. Dieser Austausch erfolgt auf verschiedenen Hierarchiestufen und Kanälen.

Mitarbeitende

  • Interdisziplinäre Teams und Ansprechpartner für Nachhaltigkeit an den Standorten
  • Umfragen, Infoveranstaltungen und Themen-Workshops
  • regelmäßige Team-Events zur aktiven Teilhabe
  • Aufklärungsartikel in unserer Mitarbeiterzeitschrift und im internen Newsletter
  • eigenständige Info-Sheets für zentrale Nachhaltigkeitsthemen, zielgruppengerecht aufbereitet

Zudem fördern wir den Nachwuchs: Studierenden und Auszubildenden bieten wir die Möglichkeit, im Rahmen ihrer Ausbildung praktische Erfahrungen in unserer Nachhaltigkeitsabteilung zu sammeln.

Vorstand

  • wöchentlichen Rekos mit unserer verantwortlichen Stelle im Vorstand
  • Vorstandssitzungen zur Abstimmung wichtiger Themen und Freigaben
  • Regelmäßiger Bericht über Neuerungen an den Betriebsrat

Beteiligung von externen Stakeholdern

Mit dem Nachhaltigkeitsbericht gehen wir einen konsequenten Schritt in Bezug auf die Kommunikation und machen unsere Bemühungen weiteren Stakeholdern der MOSOLF Gruppe transparent. Die Nachhaltigkeitsziele orientieren wir auch an den Bedürfnissen unserer Kunden.

Kunden

  • Rahmen regelmäßig stattfindende Strategie-Gespräche zur Abstimmung von Nachhaltigkeitsanforderungen und -strategien
  • Gezielte Verprobung von nachhaltigeren Lösungen in gemeinsamen Projekten zur späteren Ausrollung

Dienstleister und Lieferanten

  • Gemeinsames Verständnis von Nachhaltigkeit schaffen durch Geschäftspartnerkodex

Gemeinden und Anwohner:

  • Offenes Ohr für Gemeinden und Anwohner mit dem Ziel, den Einfluss unserer Geschäftstätigkeit auf ihr tägliches Leben stets zu verringern

Für den Austausch mit weiteren externen Stakeholdern sind vor allem Verbände und Netzwerke eine wichtige Plattform. So arbeiten wir beispielsweise aktiv im Themenkreis „nachhaltig gestalten“ der Bundesvereinigung Logistik mit. Weitere Verbandstätigkeiten haben wir im Kapitel Politische Einflussnahme dargestellt.

  • Zusammenfassen des Dienstleistungsspektrums zu Kerndienstleistungen

  • Positive und negative Auswirkung unserer Geschäftsaktivitäten auf die, durch das Rahmenwerk (ESRS) vorgegebenen, Nachhaltigkeitsthemen

  • Herausarbeiten von möglichen Chancen und Risiken der Auswirkungen

Mit diesem Vorgehen entstand eine erste Liste mit Impacts, Risks & Opportunities – kurz IROs.

Tieferes verständnis von Wesentlichkeit

Im Herbst 2024 haben wir den Prozess der Wesentlichkeitsanalyse nach CSRD weiter vertieft. Zu jedem Themenstandard haben wir zunächst eine eigene Definition erarbeitet, die unser Verständnis des Themas widerspiegelt und als Grundlage für die anschließende Bewertung und später Ableitung von Kennzahlen, Zielen und Maßnahmen dient.

Vertreter der zuvor identifizierten Interessensgruppen haben wir zu individuellen Workshops eingeladen. Gemeinsam sind wir die Nachhaltigkeitsthemen der ESRS durchgegangen und haben sowohl über die potenziellen Auswirkungen unserer Geschäftsfelder auf Umwelt und Mensch als auch die damit verbundenen finanziellen Risiken und Chancen für unser Unternehmen gesprochen. Die Ergebnisse wurden protokolliert und in ein Tool zur strukturierten Erfassung überführt.

So entstand eine Liste mit über 300 IROs, die wir im Anschluss, basierend auf Bewertungsskalen aus unserem internen Qualitätsmanagement, bewertet haben. Auswirkungen nach „Ausmaß, Umfang, Unabänderlichkeit“ und Risiken und Chancen nach „finanziellem Ausmaß“. Die Werte wurden jeweils mit einem Wahrscheinlichkeitsfaktor zum erwarteten Eintrittszeitraum bzw. zur Eintrittswahrscheinlichkeit multipliziert. So ergab sich für jedes IRO ein Wert zwischen 0 und 5. Jede vorgenommene Bewertung wurde nachvollziehbar begründet.

Basierend auf dem Median der Minimal- und Maximalwerte haben wir einen Schwellenwert festgesetzt. Erreicht die Bewertung eines IROs den Schwellenwert, wird das zugehörige Thema bzw. Unterthema von uns als wesentlich für unser Unternehmen betrachtet.

Folgende Themen wurden innerhalb dieser Rahmenbedingungen vorläufig als wesentlich nach Definition der CSRD identifiziert:

Ein blau-roter E-LKW steht auf einem Parkplatz.

Environment

  • Klimawandel
  • Verschmutzung
  • Biodiversität und Ökosysteme
  • Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft
  • Lärmverschmutzung

Social

  • Eigene Arbeitskräfte
  • Arbeitnehmer in der Wertschöpfungskette

Gouvernance

  • Unternehmensführung, Unternehmenskultur, Geschäftsethik

Was kommt als nächstes?

Im nächsten Schritt werden wir die Ergebnisse validieren. Dabei kann es noch zu Änderungen kommen. Sind die wesentlichen Themen final abgenommen, leiten wir konkrete Maßnahmen und Kennzahlen ab, mit denen wir den Herausforderungen begegnen und unseren Fortschritt messen.

Die Bestimmung der wesentlichen Themen ist ein dynamischer Prozess, den wir jährlich überprüfen, fortlaufend weiterentwickeln und bei Bedarf um zusätzliche Perspektiven ergänzen.

Abseits des Berichtsstandards

Wir wollen unsere Geschäftstätigkeiten auf einen Weg bringen, der Umwelt und Logistik näher zueinander bringt. Unabhängig von Vorgaben zur Ermittlung wesentlicher Themen und der korrekten Berichterstattung dazu, befinden wir uns in einem Veränderungsprozess. Die größten Hebel, die wir anlegen sind die Transformation unserer Flotte sowie die Erzeugung der Energie aus erneuerbaren Quellen. Diese beiden Projekte, die in eigens dafür geschaffenen Abteilungen und Gesellschaften umgesetzt werden, haben Sekundäreffekte auf alle von uns identifizierten ESG-Themen.

Elektrisch unterwegs

Ein Highlight des Jahres 2023 war die Aufnahme der ersten fünf vollelektrischen Autotransporter in unsere LKW-Flotte. Im Testbetrieb haben wir von unseren Fahrern und Fahrerinnen durchweg positive Rückmeldungen erhalten. Das Feedback zeigte gleichwertige oder bessere Fahrzeugeigenschaften im Vergleich zum Verbrenner-LKW.

Und die Technik überzeugt ebenfalls: Unser Energieverbrauch liegt etwa 15 % unter den erwarteten 150 kWh/100 km, was zu höheren Reichweiten führt und die Nutzung noch effizienter macht. Es zeigt sich also, dass praxistaugliche Alternativen zur Dieseltechnologie bereits heute möglich sind.

Nach der erfolgreichen Testphase haben wir die Zahl der E-LKW in der Flotte weiter erhöht. Stand September 2025 haben wir insgesamt 15 batteriebetriebene Fahrzeuge in die Flotte integriert. Sie werden an verschiedenen Standorten im Shuttle- und regionalem Verteilerverkehr eingesetzt. Zeitgleich mit der Erweiterung der Flotte bauen wir an unseren Standorten eine eigene Ladeinfrastruktur auf.

E-LKWs werden sich in den kommenden Jahren weiterentwickeln. Schon jetzt zeigen sich bei neueren Modellen verbesserte Ladeleistungen sowie eine steigende Reichweite.

Mit erneuerbaren Energien in die Zukunft

Meilenstein erreicht: MOSOLF Group nimmt ersten Bauabschnitt der größten Photovoltaik-Parkplatzüberdachung Deutschlands in Betrieb

Strom wird in den kommenden Jahren zu einem der wichtigsten, wenn nicht sogar dem Hauptenergieträger. Ziel ist es, nicht nur unseren eigenen Strombedarf schrittweise zu decken, sondern auch anderen erneuerbaren Strom zu liefern. Diese Transformation sehen wir als große Chance, unser Potenzial zur Stromproduktion auf unseren Standorten voll auszuschöpfen und weitgehend unabhängig von externen Energiequellen zu werden. Allein über unseren 220.000 PKW-Stellplätzen verfügen wir über ein PV-Potenzial von über 100 MWp, ergänzt durch Chancen auf unseren Hallendächern sowie mittels Windkraft im unteren zweistelligen MWp-Bereich.

Ein Meilenstein im Jahr 2023 war die Fertigstellung des größten PV-Parkplatzüberdachungsprojekts im deutschsprachigen Raum. Mit einer Leistung von 16,3 MWp über fast 6.000 Stellplätzen in Rackwitz, wurde ein wichtiger Meilenstein erreicht. Der Netzanschluss der letzten Bauabschnitte erfolgte im Januar 2024. Im Jahr 2023 wurden auf unseren deutschen Standorten rund 7.400 MWh erneuerbarer Strom erzeugt.

Und wir haben noch größere Pläne: 2025 war Baustart der PV-Parkplatzüberdachung in Kippenheim mit insgesamt rund 23 MWp hat.

Wie bei vielen unternehmerischen Projekten hängt die Ausbaugeschwindigkeit der E-Flotte und den Projekten zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen von den regulatorischen Rahmenbedingungen, unserer Bedarfsentwicklung und der wirtschaftlichen Attraktivität der Investitionen ab.

Weitere Innovationsprojekte

Batterieelektrische Fahrzeuge sind ein wesentlicher Baustein zur CO2-Reduktion im Verkehrssektor. Doch das Mehrgewicht der Hochvoltspeicher geht zulasten der erlaubten Zuladung. Gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) haben wir daher eine Lösung entwickelt: ein 3D-gedrucktes Heckregalsystem für ein Polizeieinsatzfahrzeug. Diese Innovation spart 26,5 Kilogramm Gewicht im Vergleich zur bisherigen Nachrüstlösung – und das ohne Kompromisse bei der Nutzlast oder Sicherheit. Bei der Verleihung des Innovationspreises „LOSGRÖSSE 1+“ belegte die MOSOLF Special Vehicles GmbH den dritten Platz in der Kategorie „Projekt-Dienstleister“.

Plattform MYOUR: Mit dem Ziel, Prozesse effizienter zu gestalten und gleichzeitig mehr für unsere Kunden bieten zu können, liegt der Fokus darauf, alle physikalisch wertschöpfenden Tätigkeiten in der digitalen Welt zu spiegeln. So können wir unseren Kunden maximale Transparenz zum Status ihrer Aufträge geben. Das Fenster für unsere Kunden in die MOSOLF-Welt bildet unsere digitale Plattform MYOUR. Hier kann der Kunde jeden einzelnen Prozessschritt im Auftrag in Echtzeit nachvollziehen und Prozesse selbst steuern. Diese Plattform sowie einige weitere digitale Produkte entwickeln wir seit einigen Jahren gemeinsam mit der ETECTURE GmbH. Diese vertrauensvolle Zusammenarbeit gipfelte im Jahr 2022 in einer 25-prozentigen Beteiligung der MOSOLF Gruppe an dem Unternehmen.

Einführung des digitalen Frachtbriefs (2023): Bis heute müssen Frachtdokumente auf bestimmten Touren in ausgedruckter Form mitgeführt werden. Jedoch können auf Basis der gesetzlichen Vorgaben unter anderem innerdeutsche Transporte auf elektronische Frachtdokumente umgestellt werden, wenn vom Absender, über den Frachtführer bis zum Empfänger alle mit dieser Form der Abwicklung einverstanden sind. Welch eine Mammutaufgabe es ist, so viele Beteiligte von den Vorzügen der digitalen Frachtabwicklung zu überzeugen, kann man nur erahnen. Umso stolzer macht es uns, dass wir in der Zeit von Juli 2023 bis April 2024 bereits 172.000 digitale Frachtbriefe erstellt haben und damit mehr als eine halbe Million Blatt Papier einsparen konnten.

Autonomes Drohnenüberwachungssystem: Dies bedeutet konkret, dass wir die Frequenz der Patrouillengänge am Standort erhöhen und damit die Anzahl der Überwachungsrunden pro Nacht und am Wochenende signifikant steigern wollen, um eine weiterhin lückenlose Überwachung zu erreichen.

Diese Drohne, die ohne Piloten auskommt, überfliegt den Standort und gewährleistet eine zuverlässige Personendetektion bei Tag und Nacht. Die Flughöhe zwischen 30 und 45 Metern erlaubt dabei einen umfassenden Überblick über das Gelände. Mit Hilfe einer KI-Videobildanalyse werden die Bilder ausgewertet und gezielt zwischen Menschen und Tieren unterschieden, um Fehlalarme zu minimieren. Bisher konnten wir eine gemessene Zuverlässigkeit von 100 % bei der Detektion unerlaubter Personen auf dem Gelände feststellen.

Zu den Patrouillengängen des Wachdienstes führen die Drohnen durchschnittlich 10 Flüge pro Nacht durch, mit einer erreichten Höchstzahl von 24 Flügen. Diese signifikante Erhöhung der Überwachungsfrequenz zeigt die Vorteile von technologischer Unterstützung in Sicherheitsprozessen. Das hybride Modell steigert die Sicherheit auf dem Gelände und entlastet zugleich unsere Mitarbeitenden.

Während die technische Integration der Drohnen reibungslos verlief, stellte die Einbettung in den bestehenden Sicherheitsprozess, insbesondere in die Aufgaben des Wachdienstes, zunächst eine Herausforderung dar. Dennoch haben wir wertvolle Erkenntnisse gewonnen, die uns helfen, unsere Sicherheitsprozesse weiter zu optimieren und effizienter zu gestalten. Unsere Technologiestrategie zielt darauf ab, das Kerngeschäft der MOSOLF Gruppe durch den Einsatz innovativer Technologien kontinuierlich weiterzuentwickeln und zu optimieren. Das Drohnenprojekt zahlt direkt auf diese Strategie ein, indem es den Sicherheitsbereich an unseren Standorten optimiert und zukunftssicher macht.

Die MOSOLF Gruppe – gemeinsam stark

Unsere Stärke liegt in unserer Vielseitigkeit – die Mosolf Gruppe besteht aus hochspezialisierten Einzelunternehmen, Business Units und Joint Ventures, die gemeinsam eine unschlagbare Kombination bilden. Diese flexible Struktur bietet zahlreiche Vorteile, die den Unterschied ausmachen.

Logistics & Services
Special Vehicles
Port Logistics & Services
Autokontor Bayern
STOOF International
Carcenter Zeebrugge
CAT Mosolf Polska
Etecture